Mauri
Māori-Wort: *mauri* – der Lebensfunke, das aktive Prinzip, das anzeigt, dass ein Wesen lebt – der Atem, der Schlag, die Wärme, die Kraft, die Körper und Persönlichkeit belebt. Nach Hirini Moko Mead ist das *mauri* mit einem Individuum verbunden, ohne sich davon lösen zu können: Verlässt es den Körper, erlischt die Lebenskraft abrupt, und das *mauri* selbst hört auf zu existieren. Sein Gleichgewichtszustand, wenn es der Person körperlich und in ihren sozialen Bindungen gut geht, heißt *mauri tau*, „das *mauri* ist in Frieden“. Das *mauri* ist keine substanzhafte Seele, die den Körper überdauert: Es ist eine Aktivität, die mit ihm vergeht.
Mauri is the spark of life, the active component that indicates the person is alive.
„Mauri ist der Lebensfunke“ – der Funke des Lebens. Hirini Moko Mead, selbst Māori (Ngāti Awa), verwirft von vornherein die gelehrte Übersetzung: Williams’ Wörterbuch gibt mauri mit „Lebensprinzip“ oder „Thymos des Menschen“ wieder, doch das griechische Wort, so Mead, vertieft nur das Rätsel, ohne uns weiterzuhelfen. Mauri ist vielmehr die aktive Komponente, die anzeigt, dass ein Mensch lebt: das Herz schlägt, das Blut zirkuliert, der Körper ist warm. Wenn dieses Prinzip erlischt, im letzten Atemzug, kommen alle Systeme zum Stillstand, der Körper kühlt ab – und der Māori sagt, das mauri habe den Körper verlassen.
Das Wort erklingt bereits bei der Geburt: tīhei mauri ora, „das Niesen des Lebens“, jener erste Atemzug, mit dem das Kind unabhängig von der mütterlichen Brust zu atmen beginnt. Das Niesen offenbart das mauri als wesentlichen, untrennbaren Teil dieses Menschen.
Man kann jedoch davon sprechen, als wäre es etwas, das man pflegt, das man schützt: mauri wird zu einem Attribut des Selbst. Selbst und mauri sind eins; geht es dem mauri schlecht, geht es der Person schlecht. Ist sie körperlich und sozial im Einklang, ist das mauri im Gleichgewicht – mauri tau, das mauri in Frieden. Eine plötzliche Nachricht, ein Schreck, und es zuckt zusammen (mauri oho); bei übermäßiger Angst kann es fliehen (mauri rere, das mauri, das entweicht), was als gefährlich galt.
Mauri ist keine abtrennbare Seelensubstanz, die den Körper überdauern und in eine andere Sphäre gelangen würde. An einen Einzelnen gebunden, ist es die Aktivität seines Lebens selbst: Stirbt der Körper, hört das mauri auf zu existieren – es verschwindet vollständig. Es ist kein unsterblicher Teil, den man mitnimmt, sondern das Feuer, das mit dem erlischt, was brannte.