Hawaiian · Kanaka ʻŌiwi

aloha ʻāina

prononc. « a-LO-ha AÏ-na » (ʻokina = coup de glotte)

Hawaiianischer Ausdruck (ʻōlelo Hawaiʻi): die Liebe zur Erde. Doch das Wort, das sie liebt, *ʻāina*, bedeutet weder „Boden“ noch „Gebiet“: Es stammt von *ʻai*, der Nahrung und dem Akt des Essens, und lässt sich, wie George Kanahele sagt, mit „das, was nährt“ übersetzen. *ʻĀina* zu lieben heißt also nicht, sich an eine Landschaft zu binden oder Besitz zu beanspruchen: Es bedeutet, an dem zu hängen, was einen ernährt – und was die Hawaiianer als lebendigen Ahnen betrachten, die Erde, geboren aus der Verbindung von *Papa* (der Erdmutter) und *Wākea* (dem Himmelsvater), von denen man abstammt. Dieser Liebe entspricht eine Pflicht zur Fürsorge, *mālama*, „mit Liebe pflegen“. *Aloha ʻāina* lässt sich als „Patriotismus“ übersetzen, bemerkt Kanahele – doch ein Patriotismus, dessen Gegenstand kein Banner ist: Es ist die nährende Erde selbst, ein Verwandter, den man nicht entweiht.

It means love of the land, or the country, and therefore can be synonymous with patriotism.
George Kanahele, Kū Kanaka — Stand Tall: A Search for Hawaiian Values, Chapitre « The Aloha Society », p. 490 (citation en anglais, langue d'écriture de l'auteur). University of Hawaiʻi Press, 1986 · trans. rendu français maison (œuvre en anglais, courtes citations attribuées)

Aloha ʻāina wird „a-LO-ha A-I-na“ ausgesprochen: Das kleine Zeichen vor ʻāina, der ʻokina, markiert einen Glottisschlag, und der Strich über dem ā verlängert den Vokal. Die Rechtschreibung ist kein Schmuck – bei den Kanaka ʻŌiwi ist sie es, die ein Wort von einem anderen unterscheidet, und die einzige Autorität ist die Quelle – hier George Kanahele, ein hawaiianischer Forscher, der die Werte seines Volkes dokumentiert hat.

Im Kern des Begriffs steht das geliebte Wort. ʻĀina wird gewöhnlich mit „Land“ übersetzt, doch Kanahele entschlüsselt seine Etymologie: Es leitet sich von ʻai ab, was Nahrung oder essen bedeutet, erweitert um ein Suffix – ʻāina also „wörtlich das, was nährt“. Das Wort, schreibt er, „verbindet die Tätigkeit des Pflanzers mit der grundlegendsten aller Funktionen: dem Essen“. Das Land ist nicht zuerst eine Fläche, die man vermisst, oder ein Boden, den man besitzt – es ist die Nährende. Ein Volk benennt sein Land nur so, wenn es es als Gabe empfängt, nicht als Vorrat.

Daraus folgt aloha ʻāina: kein Gefühl für die Natur, sondern die Treue, die man dem schuldet, was einen ernährt. Und diese Liebe geht mit einer Handlung einher: mālama, „sich kümmern“. Der Respekt vor dem Land, sagt Kanahele, „ist im Wesentlichen eine Frage von mālama und aloha – von Fürsorge, die mit Liebe getragen wird“. Die ʻāina zu lieben heißt, für sie zu sorgen; man erhält ihre Nahrung nur, indem man sie lebendig hält. Die Beziehung ist wechselseitig, wie zwischen Eltern und Kindern – denn die ʻāina ist ein Ahne, hervorgegangen aus Papa und Wākea, der Erde und dem Himmel, von denen die Hawaiianer ihre Abstammung herleiten.

Das Französische hat „natürliche Ressource“, das die Erde auf der Seite der nützlichen und verfügbaren Dinge einordnet, und „Ökologie“, das ein verwaltendes Subjekt einem zu verwaltenden Objekt gegenüberstellt. Es hat kein Wort für das Gegenteil: eine Verbindung, in der die Erde das ist, was nährt – und das man im Gegenzug nährt, ein Verwandter und kein Kapital. Aloha ʻāina benennt genau diese Verbindung. Kanahele akzeptiert, dass man es mit „Patriotismus“ übersetzt – doch damit verschiebt sich der Gegenstand: nicht die Nation oder der Boden als Eigentum, sondern die nährende Erde, die man verteidigt, weil man einen Ahnen nicht entweiht. Wie das Meer der Inseln von Epeli Hauʻofa Ozeanien an seinen Beziehungen statt an seinen Flächen misst, misst aloha ʻāina die Erde an dem, was sie gibt, nicht an ihrem Wert; und wie das māorische whakapapa macht es aus der Erde eine Verwandtschaft, bevor es sie zum Besitz erklärt.

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