Sanskrit · Vedanta

Bhakti

भक्ति (bhakti)

Die Hingabe: die Liebe zu Gott als Weg der Befreiung, neben dem Weg der Erkenntnis und dem des Handelns. *Bhakti* ist kein Gefühl, das zur religiösen Praxis hinzutritt; es ist eine vollständige Selbsthingabe, bei der der Gläubige das Göttliche zum einzigen Gegenstand seines Denkens, seines Tuns und seiner Verehrung macht. Die *Gita* widmet ihr ein ganzes Kapitel (den „Yoga der Anbetung“) und erklärt sie zum zugänglichsten Pfad: Während die Erkenntnis des Unsichtbaren eine Anstrengung erfordert, die nur wenige durchhalten, öffnet die Liebe zu einem persönlichen Gott die Erlösung für alle – bis hin zum Geringsten.

Ceux, au contraire, qui ont accompli en moi le renoncement des œuvres, ceux dont je suis l’unique objet et qui, par une Union exclusive, me contemplent et me servent : Je les soustrais bientôt à cette mer des alternatives de la mort, parce que leur pensée est avec moi.
Vyâsa (attribué), Bhagavad-Gîtâ, ch. XII (Yoga de l'Adoration), st. 6-7. Wikisource, d'après l'éd. Libr. de l'Institut, 1861 · trans. Émile-Louis Burnouf

Das Wort leitet sich von der Wurzel bhaj- ab, „teilen, Anteil haben, teilnehmen“. Gott zu lieben bedeutet in diesem Horizont nicht, ihn aus der Ferne zu bewundern: Es heißt, Anteil an ihm zu haben, in seine Teilung einzutreten. Die bhakti setzt einen persönlichen Gott voraus, an den man sich wenden kann – Krishna, der in der Gītā in der ersten Person spricht – und nicht mehr nur das unpersönliche Absolute der Weisen.

Genau diese Differenz stellt das „Yoga der Anbetung“ (Kapitel XII) heraus. Der Text unterscheidet darin zwei Gruppen: diejenigen, die sich „an das Unteilbare heften, das man weder sehen noch spüren kann“, und diejenigen, die Gott zu ihrem einzigen Gegenstand machen. Über den ersten Weg lässt Burnouf Krishna sagen: „Ihre Mühe ist größer; denn schwerlich erlauben die körperlichen Dinge, den Weg des Unsichtbaren zu erfassen“ (XII.5). Die Hingabe ist kein minderwertiger Pfad; sie ist, so die Gītā, der sicherste, weil sie den Menschen so nimmt, wie er ist: verkörpert und liebend.

Was die bhakti verlangt, ist die bedingungslose Hingabe – „Gib mir also deinen Geist, lege in mich dein Denken“ (XII.8). Und ihr Vorzug ist, niemanden auszuschließen: „Wer mich verehrt, geht nicht zugrunde“, selbst der „Schuldigste“ (IX.30-31).

bhaktijñāna. Das Wissen löst die Unwissenheit durch Klarheit; die Hingabe löst sie durch Liebe und Hingabe. Und bhakti ≠ sentimentale Andacht: Sie ist keine oberflächliche Gefühlswärme, sondern eine Entsagung von den Früchten des Handelns, die ganz auf das Göttliche übertragen wird – eine Forderung, die ebenso streng ist wie die des Wissens, aber von anderer Art.

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