Manaakitanga
Māori-Wort: die Gastfreundschaft und Fürsorge, mit der man sich um andere kümmert, indem man ihr *mana* erhöht. Nach Hirini Moko Mead, einer inneren Stimme der Ngāti Awa, lässt sich *manaakitanga* am besten als grundlegendes Verhaltensprinzip verstehen, das für die meisten Zeremonien gilt und jeden leiten sollte. Auf dem *marae* muss der Fremde, der zum Gast wird, ernährt, beherbergt und beschützt werden – doch der Wert geht über Brot und Dach hinaus: Er beginnt schon vor der Ankunft der Besucher, in allem, was man vorbereitet, um sie würdevoll zu empfangen. Sein tieferer Sinn liegt darin, das *mana* derer zu heben, die man aufnimmt: Öffentliche Veranstaltungen sollen das *mana* der Teilnehmenden stärken, und Handlungen, die es mindern, schaden. *Manaaki* trägt übrigens *mana* bereits im Namen: Fürsorge bedeutet, die Würde des anderen zu mehren.
Manaakitanga is best understood as a basic principle of behaviour that applies to most ceremonies and should be a guiding principle for everyone.
Hier das manaakitanga, wie Hirini Moko Mead – eine Stimme von innen, Ngāti Awa – es fasst: Üblicherweise mit „Gastfreundschaft“ übersetzt, ist es „am besten als grundlegendes Verhaltensprinzip zu verstehen, das für die meisten Zeremonien gilt und für alle richtungsweisend sein sollte“ – ein fundamentales Leitprinzip, das fast alle Rituale prägt und jeden leiten sollte.
Auf dem marae ist der Besucher zunächst ein Fremder; doch sobald die Begrüßungsrituale vollzogen sind, wird er zum Gast, den es zu versorgen, zu beherbergen und zu schützen gilt, solange er sich auf dem Land der Gruppe aufhält. Doch der Wert reicht weiter als Mahl und Obdach: Er beginnt, bevor die manuhiri eintreffen – das Gras gemäht, der Ort sauber, Sitzgelegenheiten bereit, Schutz vor Unwetter. All das, weil die Sorge um den anderen seine Würde berührt. Mead verknüpft die Aufnahme mit dem mana: „Öffentliche Veranstaltungen sollten das mana der Teilnehmenden stärken; Handlungen, die mana mindern, führen zu Konflikten“ – Empfangen heißt, das mana des Empfangenen zu heben, und es zu schmälern, schadet. Das Wort selbst trägt mana in sich.
Manaakitanga ist also nicht Höflichkeit, jene oberflächliche Zuvorkommenheit, die die Geste über die Achtung stellt; und es ist nicht herablassende Mildtätigkeit, die von oben gibt und den anderen kleiner zurücklässt, als er kam. Es ist eine Sorge, die erhebt: Man empfängt, um die Würde des Gastes zu mehren – und wächst mit ihm.