Kenshō
見性 (kenshō)
Im Zen ist *Kenshō* der erste Durchbruch: der Augenblick, in dem man in die eigene Natur „hineinsieht“ und das wahre Wesen des Selbst erfasst. Wörtlich „die Natur (性) sehen (見)“, ist es der erste Einblick in die Erleuchtung – nicht ihre Vollendung. Es ebnet den Weg zum vollständigen *Satori*, ohne es bereits zu umfassen.
The moment of such realization is kensho, i.e., enlightenment, the apprehension of the true substance of our Self-nature.
Yasutani-rōshi bezeichnet den Augenblick des Durchbruchs ohne ihn aufzublähen: „The moment of such realization is kenshō, d. h. Erleuchtung, das Erfassen der wahren Substanz unserer Selbst-Natur.“ Kenshō – 見性, „das Wesen sehen“ – ist weder eine aufwallende Emotion noch eine Idee, die man ergreift: Es ist das Erfassen dessen, was schon immer da war, die wahre Substanz des Selbst.
Das Wort beschreibt seine Geste: ken, sehen; shō, die Eigen-Natur. Man erschafft nichts, man hört auf, nicht zu sehen. Deshalb nennt Yasutani es an anderer Stelle kenshō-godo, „das Wesen sehen und den Weg im alltäglichen Leben verwirklichen“ – die Schau und ihre Verkörperung sind eins.
Doch kenshō ist nur ein Anfang. Der Meister warnt: „Those who have only kenshō do not know this state of unlimited freedom and profound peace of mind… until one comes to full enlightenment.“ Die Einsicht ist real, aber unvollständig; sie verlangt nach Vertiefung.
Kenshō ≠ vollendetes Satori: Ersteres ist der Durchbruch, Letzteres dessen Reifung bis zur grenzenlosen Freiheit. Kenshō ≠ emotionale Ekstase oder begriffliches Verstehen: Die „Schau“ ist intuitiv und unmittelbar, kein starkes Gefühl und kein Wissen über die Natur des Selbst. Sie setzt den Nicht-Geist fort – man sieht, wenn der Geist aufhört, sich selbst zu suchen.